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Von guten Mächten treu und still umgeben – von Dietrich Bonhoeffer

Am 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb folgende Zeilen, als er auf seine Hinrichtung in einem KZ wartete. Die ermutigenden Zeilen „Von guten Mächten treu und still umgeben“, stammen aus dem mittlerweile berühmten Gedicht, welches in verschiedenen Versionen musikalisch unterlegt wurde. 

Dietrich Bonhoeffer war ein deutscher lutherischer Theologe, der sich am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligte. Nach längeren Diskussionen und Korrespondenzen, wie sich die Kirche und die Gläubigen angesichts der damaligen Veränderungen in Deutschland verhalten sollten, schloss sich Bonhoeffer etwa 1938 einer Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus an. Im Jahr 1940 erhielt er ein offizielles Verbot, Predigten zu halten, das ab 1941 durch ein staatliches „Schreibverbot“ ergänzt wurde. 

Bonhoeffer wurde mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler im Quartier Wolfsschanze in Verbindung gebracht und war dafür im KZ Flossenbürg inhaftiert, um auf seine Hinrichtung zu warten. 

Der damals 39-Jährige schrieb seiner Verlobten und seiner Familie aus dem Gefängnis „Ein paar Verse, die mir in den letzten Abenden einfielen“– wie Bonhoeffer das heute bekannte Gedicht, nannte:

Von guten Mächten treu und still umgeben,

behütet und getröstet wunderbar,

so will ich diese Tage mit euch leben

und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,

noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen

das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern

des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,

so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern

aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken

an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

dann wolln wir des Vergangenen gedenken,

und dann gehört dir unser Leben ganz.

Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,

die du in unsre Dunkelheit gebracht,

führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.

Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,

so laß uns hören jenen vollen Klang

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,

all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,

erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

-Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

Bonhoeffer wurde 9. April 1945 im KZ Flossenbürg kurz vor Ende des Krieges auf persönlichen Befehl von Adolf Hitler hingerichtet. Seine Zeilen „Von guten Mächten treu und still umgeben“ wurden mittlerweile in verschiedenen Versionen vertont und musikalisch unterlegt.

Hier eine Auswahl:

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