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Wale: Sanfte Riesen und große Klimaschützer

Last updated on 9. April 2021

(Bild: iStock 1164887104/Craig Lambert)

Während Politik und verschiedene Klimaschutzorganisationen aufgebracht diskutieren, mit welchen Methoden man den CO2-Gehalt der Atmosphäre reduzieren kann, leisten die größten Säugetiere der Welt – die Wale – ihren Beitrag und unterstützen das Ökosystem der Erde auf natürliche Weise in wesentlichem Ausmaß. 

Wale sind nicht nur die größten Lebewesen des Planeten, sondern auch große Klimaschützer. Vor allem die bis zu 33 Meter langen Blauwale nehmen während ihres Lebens mehr als 30 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) in ihrem Körper auf und speichern es dort. Wenn die sanften Riesen dann am Ende ihres Lebens zum Meeresboden sinken, wird das gespeicherte CO2 dort für Hunderte von Jahren eingeschlossen. Ein Baum nimmt vergleichsweise durchschnittlich 21 Kilogramm CO2 im Jahr auf. 

Aber das ist nicht die einzige Art, wie Wale zur CO2-Reduktion beitragen. Ihren größten Beitrag liefern sie, indem sie Nährstoffe für eine andere Art von Lebewesen bereitstellen: Plankton.

Phytoplankton – kleine Lebewesen mit großer Wirkung

Als Plankton (griechisch: „umhertreibend“) bezeichnet man alle Lebewesen im Meer, die sich nicht selbst fortbewegen können, sondern sich von der Wasserbewegung treiben lassen. Dazu zählen einzellige Algen, kleine Krebstiere wie Krill bis hin zu Quallen. 

Für die CO2-Reduktion aus der Atmosphäre ist vor allem pflanzlicher Plankton, also Phytoplankton, verantwortlich. Dabei handelt es sich meist um winzige Algen, die als Mikroplankton (20 – 200 Mikrometer) oder sogar Nanoalgen mit Größen von 2 – 20 Mikrometer eingestuft werden. 

Diese kleinen Lebewesen nehmen bis zu 40 Prozent des gesamten CO2 der Erde auf und liefern gleichzeitig bis zu 50 Prozent des Sauerstoffs. Um dies an Land zu erreichen, wären laut Berechnungen von Forschern 1,7 Trillionen Bäume – oder vier Regenwälder so groß wie der Amazonas – notwendig.

Ein ausgeklügelter Mechanismus

Wale gehören zu den wichtigsten Unterstützern, um die Vermehrung von Phytoplankton zu fördern. Durch ihre großen Mengen an nährstoffreichen, eisen- und nitrogenhaltigen Exkremente tragen sie wesentlich zur Lebensgrundlage von Phytoplankton bei. Ein Anstieg an Phytoplankton von beispielsweise ein Prozent trägt so viel zur CO2-Reduktion bei, wie es zwei Millionen ausgewachsene Bäume tun würden. 

Der Beitrag, den Wale zu unserem Ökosystem beitragen, ist in Wirklichkeit unbezahlbar – dennoch haben Wissenschaftler in einer kürzlich erschienenen Studie versucht, dieser Leistung einen Preis zu geben. Umgerechnet in die heutige Währung und unter Bezug, was andere Methoden kosten würden, um ein vergleichbares Ergebnis zu erreichen, setzten sie den Wert für einen Blauwal auf zwei Millionen Dollar. 

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis zu 1,7 Billionen Tonnen CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen werden könnten, wäre es möglich, den Walbestand wieder zu seiner Ursprungszahl von ungefähr fünf Millionen Stück zu erhöhen. Zurzeit liegt die Wahlpopulation, nachdem der großflächige Walfang eingeschränkt wurde, bei knapp 1,3 Millionen. 

Während Politik und verschiedene Organisationen versuchen, Lösungen in neuen Technologien zu finden, um den CO2-Gehalt zu reduzieren, hielte die Natur bereits ausgeklügelte Mechanismen bereit, um das Ökosystem aufrechtzuerhalten und den CO2-Gehalt in Balance zu halten.

„Eine Anerkennung des Beitrags, den Wale leisten, könnte eine wertvolle Alternative zu den kostspieligen und ungetesteten vorgeschlagenen technologischen Lösungen sein, wie z.B. das Abfangen von Kohlenstoff direkt aus der Luft und dessen Vergraben tief unter der Erde.“, heißt es in einem Bericht des World Economic Forums. 

Es scheint, als ob eine wesentliche Lösung in der aktuellen CO2-Debatte nicht darin liegen würde, künstlich neue Lösungen zu erschaffen, sondern einfach den natürlichen Lösungen unserer Erde nicht im Wege zu stehen oder diese zu manipulieren. In diesem Beispiel haben unmoralische Geschäfte wie der exzessive Walfang, der Blauwale beinahe ausgerottet hätte und erst 1986 verboten wurde, die natürliche Balance gestört.

Quellen:

Pershing AJ, Christensen LB, Record NR, Sherwood GD, Stetson PB (2010) The Impact of Whaling on the Ocean Carbon Cycle: Why Bigger Was Better. PLoS ONE 5(8): e12444. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0012444

https://www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2019/12/natures-solution-to-climate-change-chami.htm

https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/tiere/weichtiere-nesseltiere/was-ist-eigentlich-plankton.html

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